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Kriiiichserklärung

Ich habe meinem Chef den Kriiiich erklärt.

Ich arbeite ja nun schon volle vier Wochen wieder. Und in dieser kurzen Zeit bin ich sowas von angesäuert, was die Organisation und die Arbeitsverteilung hier angeht, dass ich das vorhin gleich mal in einer umfangreicheren Email angesprochen und um ein weiterführendes Gespräch gebeten habe.

Hauptgrund ist eigentlich, dass ich als Postverteilerin engagiert wurde, obwohl man mir Buchhaltung zugesagt hat und ich diese Arbeit weder als befriedigend noch als meiner Qualifikation entsprechend empfinde. Außerdem müssen alle anderen Buchhalter hier im Haus auch keine Post verteilen.
Und als wäre das nicht genug, wurden mir natürlich Schiffe gegeben, zum Buchen. So habe ich nun insgesamt 7 Schiffe bei einer Wochenarbeitszeit von 30 Stunden. Andere Kollegen hingegen haben 8 Schiffe bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden (und müssen keine Post verteilen – das dauert täglich fast eine Stunde!). Weil ich das einfach ungerecht finde und auch sowieso 7 Schiffe zu viel für 30 Stunden sind, musste ich da glatt mal meckern. Natürlich etwas sachlicher und argumentativ schöner als hier.

Mal schauen, was Cheffe dazu zu sagen hat.

Korinthenkackerei, die #1

Heute habe ich Zeitungsüberschriften gelesen. Da Kaufen der Boulevardpresse lohnt ja nicht.

Also, die Hamburger Morgenpost schrieb heute auf ihrer Titelseite (unter anderem):
„A1 für Schwan gesperrt!“

Ich weiß nicht, wie es anderen dabei geht, aber meinem Sprachempfinden zieht es dabei die Latschen aus.
Haben wir die Autobahn denn vorsorglich abgesperrt, damit der Schwan anschließend entspannt einen Spaziergang auf dem Seitenstreifen machen konnte? Ich denke nicht. Vielmehr war es wohl so, dass der Schwan auf dem Seitenstreifen gesessen hat und deshalb die Autobahn gesperrt wurde. Damit man das Tier möglichst in weitgehend intaktem Zustand (will heißen lebendig) entfernen konnte.
Die Autobahn wurde also nicht für den Schwan gesperrt, sondern wegen des Schwans.

Oder hat schon einmal jemand an einem Geschäft ein Schild gesehen mit dem Text „Für Krankheit geschlossen“?

Jedenfalls bin ich überzeugt, dass dieser winzige aber doch entscheidende Unterschied in der zeitlichen Abfolge der Ereignisse dem durchschnittlichen Journalisten bekannt und bewusst sein sollte.

Umso armseliger, wenn man so etwas auf Seite 1 bringt.

Aber ist ja nur Boulevard.

Nachts, wenn es dunkel ist

Moep. Hiermit teile ich aller Welt öffentlich mit, dass ich seit 2 Stunden am Rechner sitze, weil ich vorher zwei Stunden nicht schlafen konnte. Seit ich hier sitze kann ich, zu meiner Überraschung, weiterhin nicht schlafen. Ich weiß jetzt schon, dass ich diese Eskapade heute Abend bereuen werde, denn ich werde todmüde sein wohingegen mein Kind vermutlich noch 20 Uhr putzmunter ist. Sie bekommt übrigens einen neuen Backenzahn. Unten rechts, ganz hinten. Trotzanfälle wegen latenten Schmerzen inklusive. Das ist das Größte. Außerdem meint die Kindergärtnerin, mein Kind habe Polypen. Ach, was? Die müsse man operieren und Röhrchen einsetzen lassen. Ich hab das mal gegoogelt. OP nicht unter 3 Jahren, ausgenommen Ausnahmen. Annika ist nichtmal zwei! Wozu also jetzt der Stress? Lustigste Aktion der Woche: Kind kommt mit mir völlig unbekannten Klamotten nach Hause. Dabei haben wir durchaus ausreichend Wechselsachen im Kindergarten. Im Wechselwäschebeutel noch ein Haufen Klamotten die ich nicht kannte. Zum Glück waren wenigstens die Sachen von früh mit dabei. sonst hätte ich den Beutel glatt ungewaschen zurückgebracht. Haben die wohl beim ersten Wäschewechsel des Tages – Annika ist nämlich, obwohl bei uns zu Hause sehr brav, Schweinkramkönigin im Kindergarten – die falsche Wechselwäschetüte aufgemacht. Anders lässt sich das nicht erklären.
So, ich sollte ins Bett, mein Kind gibt Aufwachgeräusche von sich.

Frauenprobleme

Wer ein schwaches Gemüt hat oder immer noch glaubt, Frauen seien sterile Wesen, die keine Verdauung oder gar Pickel haben geschweige denn „Schlimmeres“, dem lege ich dringend nahe, hier nicht weiter zu klicken.
Ich übernehme keine Verantwortung für die vielschichtigen Schäden, die arme Seelen, die trotz dieser Warnung weiterklicken, durch meinen Text erleiden.
Wer trotzdem weiterklickt, sollte zumindest erwägen, die Butterstulle vorher aus der Hand zu legen.

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Aber sonst geht’s gut..?

Meine neue Kollegin Maria stellt sich als mein neuer Geschichtenhort heraus. Leider im eher unangenehmen Spektrum. Kommt halt vor.

Gut, heute die neuste Schote.

Kleine Erklärung vorab:
In der Frachtschifffahrt gibt es mehrere Ebenen.
Da ist zum einen der Eigner der Schiffe. Dabei handelt es sich in der Regel um geschlossene Fonds mit mehreren Hundert Anteilseignern, denn der Bau eines Frachters kann schonmal locker in die 10 bis 20 Millionen gehen.
Der Reeder kümmert sich um den technischen und personellen Zustand der Schiffe. Der Reeder kann Eigner oder zumindest Anteilseigner des Schiffes sein, dies ist jedoch nicht zwingend nötig.
Der Charterer wiederum ist derjenige, der das Schiff zeitweilig gechartert, will heißen gemietet, hat und versucht, den freien Frachtraum möglichst teuer an Spediteure zu verkaufen. Ist genug Frachtraum vermietet, bekommt das Schiff einen „Call“ – d.h. es wird zum Hafen gerufen, wo die ganze Fracht eingeladen wird und fährt dann zum Zielhafen. Obendrein gibt es noch die Linienreederei, bei der eine gewisse Anzahl von Schiffen eine bekannte Anzahl an Häfen regelmäßig zu fixen Zeiten ansteuert und mitnimmt, was halt da ist. Ist wenig da, geht wenig mit, ist viel da, kommt viel mit. Neulich brachte jemand den Vergleich mit einer Buslinie, ich finde, das passt gut.
Die Verteilung des Frachtraums an die Speditionen übernehmen freundlicherweise diverse Agenturen überall in der Welt. Dazu kann euch der Daniel mehr erzählen, wenn ihr ihn liep fragt und er überhaupt Lust hat, das zu tun.
Wir kommen statt dessen zurück zur Charter:
Bei einer sogenannten Bareboat-Charter wird das nackte Schiff vermietet und der Charterer muss sehen wo er bleibt. Oftmals wird jedoch der Vertragsreeder im Chartervertrag festgeschrieben, damit der Charterer den Pott nicht zu Altmetall macht, weil er ihn einem Idioten überlässt ;-). Bei der Time-Charter hingegen mietet der Charterer das Schiff samt Crew und technischem Management für den festgelegten Zeitraum.
TM – oder technische Manager – sind in unserer Firma Schiffe, die von uns initiiert, als Fond aufgelegt und gebaut wurden und als Bareboatgesellschaft verchartert werden.

Die Eignergesellschaften dieser Schiffe sitzen hübsch verteilt über den Globus – in Hamburg (also direkt bei uns im Haus), in Singapur, auf Zypern, auf der Isle-of-Man. Die Verteilung erfolgt auf Basis von Gesichtspunkten, die sich mir nicht vollständig erschließen. Zur Überraschung aller, die bis hierhin mitgekommen sind, wurde meine Firma als Vertragsreeder festgelegt, womit meine Aufgabe als Buchhalter – zumindest bei einigen dieser Schiffe – darin besteht, den Rechnungskuddelmuddel zu erledigen und dem Eigner am Ende eine hübsche Aufstellung der entstandenen Kosten zu geben. Natürlich nicht allein, da mischt dann auch noch mein Lieblingscontroller mit. Der hat den Kram nämlich geplant und die Erfahrung lehrt: Egal, was passiert und auch wenn es praktisch unmöglich ist, der Plan hat Recht.

So, genug Schifffahrt für einen Abend. War noch was? Ahja, der Dialog des Tages.

Sie: „Du sag mal, wo sind denn die Unterlagen der Vorquartale von den TMs?“
Ich: „Äh.. aso meine sind weg!“
Sie: „*fragezeichenblick* Wie weg? Die können doch nicht weg sein? Das geht doch nicht!“
Ich: „Also die sind nicht wirklich weg. Die sind auf der Isle-of-Man. Also meine. Die werden ja an den Owner geschickt.“
Sie: „*zickenalarmdeluxe-sound* Das interessiert mich aber nicht! Ich will wissen, wie das bei meinen Schiffen ist!“
Ich: „Ähh… ich, glaub, es hakt aus?! auch beim Owner. Das ist normal für TMs..“
Sie: „Woher soll ich das denn wissen? Ich habe noch nie vorher etwas mit TMs zu tun gehabt?!“
Ich: Was bildest du dir eigentlich ein, wer du bist?! Ja, ich auch nicht?! Frag doch einfach mal denjenigen, der deine Übergabe gemacht hat.“
Sie: „*hmpf*“
Ich: LMAA – und frag mich besser nie wieder was! Ziege.…“

Ich habe den unbestimmten Verdacht, dass das wirklich nichts mehr wird mit uns beiden. Nicht in dem Ton und wenn das noch einmal passiert, dass sie mich aus dem Nicht so dermaßen anschnauzt, definitiv auch nicht in diesem Leben. Aber vielleicht denkt sie ja das gleiche und fragt mich wirklich nichts mehr. Schweigend ist sie ganz aushaltbar (wobei mich immer noch die ständigen Raucherpausen nerven, weil sie dazu immer an mir vorbei muss und mich auf die Art aus der Konzentration reißt.. aber sei’s drum.)

Nachwehen.

Die Leiterin meiner letzten Selbsthilfegruppe meinte ja zu mir, dass ich mit meinem Kind
u-n-b-e-d-i-n-g-t zum Kinderturnen gehen sollte. Weil Annika motorisch so aktiv sei. Als sie erfuhr, dass wir ab August im Kindergarten sind, schlug sie einen Nachmittagskursus vor. Mal abgesehen davon, dass diese Kurse in der Regel spätesten 15:30 beginnen, das Kind aber nunmal bis kurz nach 16 Uhr im Kindergarten ist, fand ich diese Idee schon irgendwie … seltsam. Ich beließ es aber dabei und meldete mich einfach nur nicht an (immer daran denken: Lächeln und winken!).

Rückblickend eine ausgezeichnete Entscheidung. Denn ehrlich, es wird sich sicher wieder ändern, aber zur Zeit ist Annika nach dem Kindergarten einfach nicht in der Lage, noch irgendwelche Herausforderungen zu meistern. Wir können nichtmal mit ihr auf den Spielplatz gehen, obwohl sie die Leute dort kennt und genau weiß, was wo ist. Einfach, weil sie ganz andere Bedürfnisse hat als Toben und Spielen. Wenn Annika nach Hause kommt, möchte sie im Moment einfach nur kuscheln, ruhig spielen, zu Abend essen und dann ins Bett. Der Kindergartentag strengt sie sehr an.

Irgendwann, wenn es besser geworden ist, kann man vielleicht über nachmittägliche Kurse nachdenken. Aber was hat diese Frau – selbst Mutter zweier mittlerweile schulpflichtiger Kinder – seinerzeit eigentlich geritten, mir das quasi sofort aufschwatzen zu wollen?

Man weiß es einfach nicht.

Unternehmungen für verregnete Wochenenden

Der Herbst steht vor der Tür. Und ich mache mir so meine Gedanken.
Wir werden ja in absehbarer Zeit eben nicht mehr den ganzen Tag am Wochende im Freien verbringen können.
Aber sich die ganze Zeit in den vier Wänden selbst wegzuschließen bringt es ja auch nicht und ist dem Familienfrieden auf lange Sicht nicht förderlich. Also, es braucht Alternativen. Kostengünstige!

Indoor-Spielplatz.
Hab ich eigentlich nicht so die große Lust drauf.
In Hamburg kostet so ein Tag Indoor-Spielplatz mal locker 10-15 Euro Eintritt plus Verzehr. (Bin ich eigentlich die einzige, die das ziemlich teuer findet? ) Zumal das ja nun für Unter-3-Jährige auch nicht soooo optimal ist, da sie ja noch gar nicht alle Spielzeuge nutzen können.
Dann gibt es noch die Umsonst-Spielplätze. Beim Pflanzenkölle, bei IKEA, bei Höffner und so weiter. Wobei das ja auch eher eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Über-3-jährige ist, damit die Eltern in Ruhe ihren Einkaufswahn leben können. Kann man machen, muss man aber nicht.
Speziell bei IKEA gibt es auch noch das U3-Bällebad, was aber in aller Regel schon nach 10 Minuten nicht mehr spannend fürs Kind ist (vom beaufsichtigenden Erwachsenen ganz zu schweigen..)

Bibliothek.
Eine Möglichkeit, die wir am letzten Samstag schon einmal ausprobieren konnten. In der Hamburger Zentralbibliothek gibt es ein spezielles Angebot für Kinder zwischen 1 und 3 (YES!), das „Goldfischbecken“. Letztlich ein Raum, gepolstert, mit der einen oder anderen Spielmöglichkeit, einem Goldfischfenster, in das sich die Kurzen setzen können und vielen Kinderbüchern zum Anschauen und Vorlesen. Dazu kein Eintritt, eine Cafeteria, die im Vorraum der Bibliothek angesiedelt ist. Insgesamt eine gute Idee, da kann man schon die eine oder andere Stunde totschlagen, das Kind bekommt lose Kontakte zu anderen Kindern. Für Bewegung im Freien muss zwar trotzdem noch gesorgt werden, aber das gilt ja für alle Aktivitäten im Haus. Für die Erwachsenen ist es auch schön, so kommt immer einer von beiden mal dazu, sich in Ruhe neue Bücher aussuchen zu können, während der andere sich intensiv mit dem Nachwuchs beschäftigt. Gekauft.

Stadtrad – Technik macht den Meister… vielleicht.

Ich habe jetzt einen tollen RFID-Schlüsselanhänger für die StadtRadterminals. Den hatte ich bestellt, weil ich mir ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe, dass ich mich jedes Mal mit meine EC-Karte anmelden musste. Ich habe ja ohnehin diese chronische Verlust-Neigung, die mir schon gefühlte 25 Bankkarten eingebracht hat und wenn ich dann das Ding immer rausfummle, mir anschließend in die Hosentasche (Hinten. Links) stecke, dann auf Rad steige und losfahre… die Chance, die nächste Karte innerhalb weniger Tage und Wochen zu verlieren, liegt bei nahezu 100. Also RFID-Chip. Am Schlüsselbund. nicht, dass ich nicht auch schon Schlüssel verloren hätte – allerdings ist das wesentlich unwahrscheinlicher als bei den ollen Plastikkarten.

Gestern kam er an, heute hab ich ihn freigeschaltet und mutmaßlich morgen werde ich ihn testen. Es soll ja auch blendendes Wetter werden =)