Archiv | 1. März 2017

Kleingeister in der großen Stadt.

Heute war Verabschiedung.
Die Kollegin geht in Rente.
Kein Ding. Dachte ich.

Ja, es gab Verstimmungen in der Vergangenheit. Vorfälle die ich nicht als wesentlich oder schwerwiegend empfunden habe. Andere wohl schon. Keine Ahnung, wer da Recht und wer Unrecht hatte und es ist mir auch egal. Ich war nicht beteilig und hatte keine Lust, mich in irgendwelche Animositäten hineinziehen zu lassen, sondern mehr als genug eigene Probleme.

Ich habe allerdings auch eine eigene Meinung.
Diese besagt, dass es zum guten Miteinander gehört, dass man keinen AbreißKalender führt darüber, wann eine Kollegin uns verlässt. So etwas ist einzig die Aufgabe des scheidenden Kollegen, der sich natürlich auch ein wenig auf seinen Ruhestand freuen darf.
Sie besagt weiterhin, dass man natürlich aufsteht und seinen Hintern um den Schreibtisch bewegt um sich zu verabschieden, wenn diese Kollegin offenkundig ihre Sacken packt und aufbrechen will.
Nein, es ist nicht Aufgabe des Gehenden, jeden Einzelnen am Tisch um gute Wünsche fürs weitere Leben zu bitten!
Und ganz ehrlich, wer sich über Wochen und Monate so offensichtlich auf den Tag freut, an dem die Kollegin endlich abhaut, der braucht sich nicht wundern, wenn diejenige die am Stuhl festklebenden Gänse einfach stehen (sitzen!) lässt.

Weiteratmen, einfach weiteratmen.
Debiles Grinsen auflegen.
Winken.

Schön.