Kleingeister in der großen Stadt.

Heute war Verabschiedung.
Die Kollegin geht in Rente.
Kein Ding. Dachte ich.

Ja, es gab Verstimmungen in der Vergangenheit. Vorfälle die ich nicht als wesentlich oder schwerwiegend empfunden habe. Andere wohl schon. Keine Ahnung, wer da Recht und wer Unrecht hatte und es ist mir auch egal. Ich war nicht beteilig und hatte keine Lust, mich in irgendwelche Animositäten hineinziehen zu lassen, sondern mehr als genug eigene Probleme.

Ich habe allerdings auch eine eigene Meinung.
Diese besagt, dass es zum guten Miteinander gehört, dass man keinen AbreißKalender führt darüber, wann eine Kollegin uns verlässt. So etwas ist einzig die Aufgabe des scheidenden Kollegen, der sich natürlich auch ein wenig auf seinen Ruhestand freuen darf.
Sie besagt weiterhin, dass man natürlich aufsteht und seinen Hintern um den Schreibtisch bewegt um sich zu verabschieden, wenn diese Kollegin offenkundig ihre Sacken packt und aufbrechen will.
Nein, es ist nicht Aufgabe des Gehenden, jeden Einzelnen am Tisch um gute Wünsche fürs weitere Leben zu bitten!
Und ganz ehrlich, wer sich über Wochen und Monate so offensichtlich auf den Tag freut, an dem die Kollegin endlich abhaut, der braucht sich nicht wundern, wenn diejenige die am Stuhl festklebenden Gänse einfach stehen (sitzen!) lässt.

Weiteratmen, einfach weiteratmen.
Debiles Grinsen auflegen.
Winken.

Schön.

Vorbilder

Ich habe gestern etwas sehr spät mein Cortison bekommen, drum bin ich schon die halbe Nacht wach.
Also habe ich mir gedacht, ich mache mal was sinnvolles und gebe ein Lebenszeichen von mir und schreibe hier mal was über Vorbilder.

Jeder hat ja irgendwelche Vorbilder. Ich habe drei.
Zumindest zwei davon sind schon tot, das ist aber rein biologisch durchaus begründbar.

Mein erstes Vorbild ist die Oma der Gartennachbarn meiner Eltern.
Die hatte seinerzeit einen Oberschenkelhalsbruch und es dank Hund und altersgerechtem Fahrrad (Dreirad) geschafft, wieder auf die Beine zu kommen und noch viele Jahre aktiv zu bleiben.
Das hat mich schon als Teenager begeistert und ich habe bereits damals – also vor 20 Jahren – für mich festgestellt, dass es eine gute Idee ist, um im Alter beweglich zu bleiben, und dass ich das definitiv auch so wie sie machen werde. Ich liebe nämlich Fahrradfahren über alles und eine meiner größten Sorgen nach dem Rollstuhl ist, irgendwann dauerhaft nicht mehr mit dem Fahrrad fahren zu können. Deswegen habe ich auf meiner Notfalliste neben so praktischen Dingen wie einem schicken (so was gibts tatsächlich 😉 ) Gehstock und einem Duschhocker auch ein attraktives „Dreirad für Große“ stehen.

Als zweites wäre meine Hanneloma zu nenen.
Bei ihr hat mich neben ihrer ungeheuer herzlichen Art vor allem fasziniert, dass sie mit noch knapp 70 Jahren jeden Tag ihre Morgengymnastik gemacht hat.
Die Frau war damals wahrscheinlich beweglicher als ich. Das gibt zu denken.
Im Ernst, wer macht das schon? Spätestens im Alter wird man ja doch immer bewegungsunwilliger, sei es aus gesundheitlichen oder Schweinehundgründen.
Jedenfalls bemühe ich mich, wenn ich nicht grade krankheitsbedingt danieder liege, etwas ähnliches zu Stande zu bringen.

Mein drittes Vorbild habe ich nur einmal gesehen.
Das war 2006, die Zeit, zu der ich eindeutig viel zu viel Zeit in Krankenhäusern verbracht habe.
Ich kam frisch und voller Vorfeude (nicht ganz.. genaugenommen war ich völlig aufgelöst in Tränen der Wut und Verzweiflung) in das Krankenzimmer. Da kam mir diese Frau im Rolli entgegen. Wir sprachen kurz über Ms und sie sagte diesen einen Satz, der sich langfristig zu einer Art Mantra für mich entwickelt hat: „Man kann mit der Krankheit und den Medikamenten heute sehr lange gut leben.“
Damals gab es nur Interferone als Basistherapie und im Zweifel noch Mitox (eins meiner no-gos. bevor ich das nehme muss sehr, sehr viel passieren!).
Die Zuversicht mit der sie das sagte. Im Rollstuhl sitzend. Ich war damals noch ganz am Anfang und wirklich geschockt angesichts des Blickes in die Zukunft (von wegen Rolli usw., das wollte ich nicht sehen.) Aber ich habe mir vorgenommen, dass ich auch so zuversichtlich sein möchte. Immer.
Es hat einige Jahre gedauert aber ich denke, ich habe es im Wesentlichen geschafft. Schübe sind immer noch Mist, es macht mich weiterhin wütend und verzweifelt. Aber nur am Anfang. Ich gehe zuerst das Notwendige an, dann kurz heulen, schließlich duschen und anschließend nehme ich es hin und warte mehr oder weniger geduldig ab. In der gesunden Zeit mache ich die Dinge, die mir wichtig sind und Spaß machen. Fahrradfahren, Schwimmen, Sauna, Musik, mein Garten. Das einzige was ich leider nicht so gut kann, ist Pause machen. Ich höre meinen Körper wohl. Allein, ich will manchmal einfach nicht hören. Aber es wird, ich vermute das kommt mit dem Alter.

Oh myyy…

Dinge entwickeln gelegentlich eine erstaunliche Eigendynamik.

Da haben sich also in der Silvesternacht Männer in Gruppen verabredet um gemeinschaftlich, Mädels zu begrapschen und zu bestehlen. Ob die Vergewaltigung, die nicht hinten über fallen soll aber die in unser ganzen Hysterie um „Köln“ irgendwie untergeht, Teil dieser „gemeinschaftlichen Aktion“ war oder eher eine unabhängig begangene Tat eines einzelnen ist, weiß ich nicht.

Soweit so scheisse.

Ich bin allerdings angetan ob der genauen Bestimmung der Heimatländer der Männer.
Aus dem Maghreb stammend, nordafrikanisch.
Die haben also, während sie die Frauen belästigten, bedrängten und sie beklauten, noch erwähnt, wo sie herkommen? Wahnsinn, was für intensive Gespräche man in solchen Bedrohungsszenarien führt. Gruppen von Männern, die mich gegen meinen erklärten Willen anfassen und sich mir gleichzeitig vorstellen? Hä?
Aber seis drum, ich habe in meiner rassistischen Schublade tatsächlich ein Bild dieser Leute gefunden. Grundaussage: Mittelbraune Haut, dunkle Augen und Haare. Typisches Gesicht.
Dumm nur: Diese Definition lässt sich im Zweifel auch auf Libanesen, Türken, Iraner, Saudis, Araber im Allgemeinen anwenden. Die wenigsten von uns werden doch einen Marokkaner von einem Palästinenser oder einem jungen Iraner unterscheiden können. In der beängstigenden Stresssituation während eines sexuellen Übergriffs. Wenn Betreffender nicht gerade spricht und ich die Sprache identifizieren kann oder Betreffender seine Herkunft auf die Stirn tätowiert hat.

Muslimisch.
Okay? Woran erkenne ich eigentlich einen muslimischen Mann, wenn er nicht gerade in einer Moschee betet? Mittelbraune Haut, dunkle Augen und Haare? Spricht Arabisch oder ähnlich klingende Sprachen? Palästinensertuch aufm Kopf? Hat nen Rucksack dabei, stammelt – vor sich ins Nichts starrend – Suren aus dem Koran und ruft dann laut „allahu akbar“ bevor er sich in die Luft sprengt? Okay, letzterer wird es wohl nicht sein, denn der ist ja so „streng gläubig“, dass er einer Frau noch nicht mal in die Augen schauen wird, geschweige denn, sie begrapschen!

Sind dann Christen neuerdings auch alle blond, hellhäutig und haben blaue Augen? So als Abgrenzung zu den Muslimen.
Nun, wenn afrikanische, südamerikanische, asiatische Gläubige demnächst per definition aus dem Christentum gestrichen werden, bekommt „frohe Botschaft“ für sie sicher auch eine ganz neue Bedeutung. Was wohl der Papst dazu sagt, wenn ihm das Gros seiner Herde plötzlich abhanden kommt?

Ich persönlich habe dunkle Augen, dunkle Haare und im Sommer hellbraune Haut, sollte also eher Muslima sein. Meine winterlich-mitteleuropäische Haut ist aktuell ein kleines Problem, aber durch mehr Sonnenexposition – z.B. zwei Wochen am Strand der Costa Brava – ließe sich das auch auf einen Farbton nahe mittelbraun verbessern bzw. ich sollte gleich Nikab tragen. Ist einfach, man sieht meine blasse Hautfarbe nicht und es wirkt „authentischer“. Vielleicht wechsle ich auch meinen Glauben je nach Jahreszeit – im Sommer bin ich Muslima, im Winter Christin? Interessante Idee.

Und wie ist das eigentlich mit asiatischen Menschen, sind das alles Hindus („indisch“ aussehend) und Atheisten („Chinesen“)? Oder haben die möglicherweise auch verschiedene Glauben? Also abgesehen davon, das der Hinduismus keine homogene Religion ist wie das Christentum oder der Islam? Wir wollen uns ja nicht in DEtails verlieren.
Nun, in Indonesien haben sich ja gerade einige Menschen im Namen Allahs in die Luft gesprengt. Unabhängig von den Grausamkeiten, für die Allah bei Terroristen allerorten so herhalten muss, werden das wohl vor allem Indonesier gewesen sein (denn es ist doch unwahrscheinlich, dass IS Kämpfer aus Syrien und Irak abgezogen hat, um sich in einem Einkaufszentrum zu sprengen..), die wie Indonesier ausgesehen haben. 88% aller Indonesier sind Muslime. Ich habe mal die Bildersuche bei einer großen Suchmaschine angeworfen und geschaut, wie der gemeine Indonesier so aussieht.. aber verdammt! Die sehen so gar nicht typisch „muslimisch“ aus, eher „indisch“ – mein schönes konstruiertes Weltbild!

Nun zur Eigendynamik.
Es ist schlimm genug, dass sich unsere Medienvertreter wie die Geier auf die Vorgänge der Silvesternacht stürzen. Wenn mir jeden Tag eine noch höhere Zahl an Anzeigen bei der Kölner Polizei um die Ohren geworfen werden. Es sind hohe Zahlen, sicher. Nur, welchen Informationsgehalt hat die Aussage, dass es nun 400 oder 500 oder 573,258 Anzeigen seien? Wie soll ich, als Fernsehzuschauer, Zeitungsleser und Internetkonsument diese Zahl werten? Weiß ich, wieviele Übergriffe in so einer Silvesternacht „normal“ sind und wieviele Anzeigen? Weiß ich sicher, dass sich in den Vorjahren alle Betroffenen gemeldet haben (Bekann ist doch: Sexuelle Gewalt ist ein schwieriges Thema und die Scham, zu Polizei zu gehen und dort noch einmal wiedergeben zu müssen, was vorgefallen ist, hält viele Frauen ab..)? Was trägt die tägliche Dokumentation der neu eingegangenen Anzeigen in den Nachrichten zur Problemdefinition bei? Dass es viele sehr viele zu viele waren, war doch bereits am 4. und 5. Januar klar. Machen wir es mit unserem Informationswahn der Polizei nicht schwerer, die eingegangen Anzeigen zu sortieren, zu gewichten und hoffentlich aufzuklären? Setzen wir die Ordnungsorgange nicht unter den Druck, schnell Ergebnisse und Verdächtige zu präsentieren, einfache Lösungen zu suchen und dabei möglicherweise wichtige Dinge zu übersehen? Es geht doch schon los… 500+ Anzeigen, erste Verdächtige festgenommen (und nach zwei Stunden Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt?), es fehlt noch der Boulevard mit dem Bild des „nordafrikanischen, muslimischen“ Mannes. Ich habe große Hoffnungen auf diesen Titel bei BILD: „Das sind die Kölner Sexmonster“.
Sie ist wieder da – die Angst vor Überfremdung. „Wir“ gegen „die anderen“. „Wir“, das sind die „Deutschgeborenen“, die wir ein einheitliches Wertesystem teilen (Tun wir das wirklich?) „Die anderen“, dass sind „die Muslime“, „die Flüchtlinge“, eben all die, die so aussehen wie die Täter der Kölner Silvesternacht. Daher gehen die Rechten wieder vermehrt auf die Straße, und beginnen, wahrscheinlich auf Basis eigener Erhebungen, Polizisten und Journalisten anzugreifen und in Gruppen Ausländer zu verprügeln.

Die Kölner Übergriffe werden auch international durchaus beachtet, ebenso unsere unmittelbaren Reaktionen:
BBC berichtet
NYT
CNN (Ich verspüre eine starke Abneigung gegen das im Artikel verwendete Wort „deportation“. Ist vermutlich historisch bedingt. Geht das nur mir so?)
Auch spannend: CSMonitor
Nochmal CNN.

Ich finde ja, die englischsprachigen Medien haben einen interessanten Blick von außen auf die Dinge und eine Unaufgeregtheit, von der sich unsere Nachrichten – Von Bild bis Spiegel, von Süddeutscher Zeitung bis Zeit, Von RTL bis ARD – eine Scheibe abschneiden könnten. Auch was die Frage des Umgangs mit den zahlreichen Flüchtlingen angeht, sehen die englischen Medien die Angelegenheit wesentlich differenzierter (und kritischer).
Bei den deutschen Medien denke ich mir derweil nur noch: Soviel Gegacker und kein Ei!

Eisig

Ich habe heut ja Frozen geschaut. Weils Kind das zu Weihnachten bekommen soll und ich sichergehen wollte, dass sie den Film auch wirklich sehen kann.DEnn sie ist zwar schon 5, bekommt aber weder „Findet Nemo“ noch „Minions“ oder ähnliches fertig. Bei den Minions schockt Gru sie zu sehr, bei findet Nemo sinds die Haie. Zart besaitet isses, das Kind.

Bei Frozen bin ich mir nicht so recht einig. Die Geschichte ist ja schon toll, die Elsa und die Anna echt niedlich. Aber dieser Prinz Charming er fiese… boah. Der ist so richtig hinterlistig und böse. Außerdem friert die Anna ein und Elsa denkt, dass sie tot ist… ich muss gestehen, mir ist das zu emotional.. ich vertrag ja auch nur Komödien ohne Tiefgang und alte Filme, deren Handlung ich schon kenne. Aber was die Kinderseele dazu sagt – man wird sehen. Zumindest isses ganz ohne die fiesen Bösewichte, die auch fies aussehen. Und das schöne an Videos ist ja, dass man sie abschalten kann.

Dieser Beitrag wurde am 16. Dezember 2015 in Allgemein veröffentlicht.

Schon niedlich, dieses Uetersen

Die Stadt Uetersen hat einen Imagefilm gemacht, im letzten Jahr.
Und alle sind dabei.
Langes Tannen, Rosarium, Nordmark, Hatlapa (letzte Info ist aber, das MacGregor den Standort nicht unbedingt erhalten will), Tantau-Rosen, die Chorknaben, meine Lieblingseinkaufsmeile, die Chefin von’s Ganze ( Andrea Hansen, ihres Zeichens erste Bürgermeisterin, nachdem sie „unseren“ Makler abgelöst hat), die Windräder und auch sonst alles..

Wer will noch herziehen?

Dieser Beitrag wurde am 2. Dezember 2015 in Allgemein veröffentlicht.

Martens Kabel und ich: geschiedene Leute (hoffentlich bald)

Aber wenn ich Briefe von  Martens Kabel bekomme, geht mir JEDES MAL das Messer in der Tasche auf.. Erst verkaufen Sie den Laden durch die Weltgeschichte, firmieren gefühlte 10 Mal um.Erst war Martens ein lokaler Anbieter, dann haben die Eigner an EWE-Tel verkauft, die dann ihrerseits den Laden zwei (?) Jahre später an Primacom abgestoßen haben.

Das Beste: Ein Jahr kein Telefon. Ist ja nur die Kernkompetenz eines Telefonanbieters.

Die Hotline von Martens schiebt jede Schuld weit von sich. Es gäbe kein Problem, das läge an meinem Router, ich muss den von Martens benutzen. Als ich den anschloss und   auch das nichts half verstummte dieser „Telefon“anbieter plötzlich. Man wollte sich zurückmelden…
Mich hat das relativ  wenig gekratzt, da ich eh am Umziehen war und nur noch Internet brauchte. Das ging merkwürdigerweise. Meistens. Obwohl am selben Router hängend wie das Telefon. Muss am Router liegen. Jawoll.
Nun hab ich gekündigt. Sonderkündigungsrecht dank Umzug in kabelfreies Gebiet. Zum 31.10.  Am 3.11. lag die Ummeldebestätigung Martens vor, am 6.11. hatte ich sicherheitshalber nachgefragt ob sie angekommen ist. Ja, bestätigte man, jetzt würde die bearbeitet und dann käme eine Bestätigung per Post.

Heute kam Post.

Nur keine Kündigungsbestätigung.
Nein, eine Mahnung. Für meine Telefongrundgebühr im November – wir erinnern uns, wir hatten per 31.10. gekündigt und die Einzugsermächtigung bei der Gelegenheit gleich schriftlich widerrufen. Was, wie sich herausstellte, eine gute Idee war.

Bearbeitet wurde die Ummeldung noch nicht. (wieso nicht? Da braucht man vermutlich noch nichtmal 5 Minuten für. Im Zweifel einmal lesen, zwei Klicks und fertig ist der Lack.. ) Und überhaupt für November müsse ich ja zahlen, weil ich die Ummeldung verspätet, wir erinnern uns – gekündigt zum 31.10., Ummeldung lag vor am 03.11. Welche Verspätung?!?!)

Jedenfalls war das der Punkt, an dem mir die Hutschnur platzte.Erschwerend kam hinzu, dass Martens großspurig bei der Ansage der Hotline behauptet „aus Hamburg, für Hamburg“ – obwohl die längst in Leipzig sitzen, was man auch hört, wenn man mit denen telefoniert. Dieses scheinheilge Vorgeben von Dingen, die nicht vorhanden sind regt mich auf.

Bin jedenfalls etwas aufgebraust. Habe den ganzen Frust über den Verein einmal von der Seele gelassen. War keine Großtat von mir, überhaupt nicht. Lieber Level1-Supportler, der du dir den Scheiss anhören musstest: Es tut mit leid. Du wirst vermutlich wie die meisten Telefonfritzen schlecht bezahlt und du kannst nichts dafür, dass mich Martens seit über einem Jahr verarscht und Kohle nimmt für nicht erbrachte Leistung. Ich weiß,…

Jedenfalls wird jetzt meine Ummeldung wohl doch noch bearbeitet und ein Mahnstopp gesetzt. Wenigstens etwas. Bald, so hoffe ich, werde ich mit dieser Firma nichts mehr zu tun haben.

Vom Schlaf

In jungen Jahren, bevor mein Bett annektiert wurde, zuerst von mbH, dann auch noch vom Kind, hatte ich eine Tradition, die ich nie so recht benennen konnte. Ich habe mich hingelegt, auf den Rücken, keine Decke, Arme neben dem Körper mit möglichst wenig Kontakt zum „Rest“, Beine dito.
Dann habe ich mich entspannt, möglichst an nichts gedacht, bin völlig zur Ruhe gekommen. Habe einfach geatmet und gewartet auf diesen Moment. Der Moment, bevor man fällt, in den Schlaf, in die Tiefe. Diesen Moment habe ich festgehalten so lang es irgendwie ging. Das war anstrengend aber ich bin balanciert auf der Grenze zwischen Bewusstsein und Schlaf und es war großartig. Entspannend, befreiend. In diesem Zustand ist nichts wichtig. Keine Verpflichtungen, keine Wünsche, keine Hoffnungen, keine Enttäuschungen. Nichts. Nur Leere. Stille. Sein.
Irgendwann habe ich bemerkt, dass ich in diesem Zustand meinen Körper nicht nur intensiv erfahren sondern eben auch beeinflussen kann. Ich konnte „Wärme“ einfach nehmen und dorthin leiten, wo ich sie haben wollte. Ich habe Einfluss genommen auf meinen Herzschlag, konnte ihn verlangsamen. Bis zu dem Punkt an dem ich doch Angst bekam, ich würde es vielleicht doch nicht genug kontrollieren können, seither hab ich das lieber bleiben lassen.


Lange Zeit habe ich gedacht, dass das, was ich dort treibe, autogenes Training sei. Dann habe ich mir einige Anleitungen zu autogenem Training angehört und war völlig verwirrt. Wie soll man bei so viel Gequatsche – ob nun von einem „Leiter“ oder in den eigenen Gedanken („Es atmet mich“ – bitte WAS?!) entspannen? Wie soll man diesen Punkt der tiefsten inneren Ruhe erreichen, wenn ständig einer dazwischen quatscht?


Irgendwann habe ich aufgehört. Weil ich andere Prioritäten hatte. mbH, das Kind. Kuscheln lenkt mich vom Wesentlichen ab. Entspannung ist dann nicht möglich, zumindest nicht für mich. Schlafe ich kuschelnd ein, bin ich am nächsten Morgen völlig gerädert.

Überhaupt schlafe ich heute anders. Ich falle ins Bett und bin weg und irgendwann bin ich dann wieder wach. Wahrscheinlich chronischer Schlafmangel. Es gibt für mich kein Erinnern an Träume mehr. mbH spricht von seinen Träumen, manchmal. Das Kind erzählt fast jeden Tag was es geträumt hat. Ich weiß nicht, was ich geträumt habe.  Ich bin dann immer ein wenig neidisch, denn ich vermisse das „bewusste“ Träumen. Sehr.

Jetzt neu

Website wieder verfügbar. Nachdem ich erstmal den Provider angemorst habe, dass ich es gar nicht lustig finde, ständig http-Fehlermeldungen zu bekommen, wenn ich versuche, hierherzusurfen. Ging dann aber ganz schnell. Vermutlich einmal neu starten und jetzt zischt es wieder.

Ich bin jredenfalls begeistert.

Zu allem Überfluss habe ich gleich noch unter der Haube geschraubt, so dass wir wieder softwaretechnisch tagesaktuell sind.

Dieser Beitrag wurde am 19. November 2015 in Allgemein veröffentlicht.

Rückblick 1/2015 – Mein Januar

Der Januar war, wie auch schon der Dezember, recht bewegt. Zumindest wurde es keinen Tag langweilig.

Familienkram
Im Januar standen zwei Kindergeburtstage an.
Der erste war schon in 2014 avisiert, das Geburtstagsgeschenk hatten wir daher zwischen den Jahren besorgt. Der junge Mann feierte am 3. Januar im Klick Kindermuseum beim Osdorfer Born.  Das war insofern spannend, als dass ich den Osdorfer Born bislang nicht kannte. Die tristen Plattenbauten erinnerten mich ein wenig an das Märkische Viertel im Jahr 1993, als ich da mit‘m Fahrrad regelmäßig durchgerauscht bin. Nur in kleiner. Egal. Der Osdorfer Born ist ein sozialer Brennpunkt liegt aber nur einen Steinwurf entfern von beliebten Vierteln wie Blankenese und Groß Flottbek. Ich mag Hamburg ja für diese unerwarteten Brüche in der Bevölkerungsstruktur.
Unabhängig davon hatte das Kind jede Menge Spaß bei der kleinen aber sehr nett organisierten Feier und kam stolz mit Spidermanmaske und Prinzessinenstrohhalm nach Hause. MbH und ich konnten in der Zwischenzeit im EEZ Diablo3 kaufen und Beziehungspflege betreiben.

Der zweite Kindergeburtstag war etwas kurzfristiger anberaumt, so dass wir, nachdem wir am Donnerstagabend die Info hatten, dass Sonnabendmittag eine Feier steigt, ein wenig in Schwierigkeiten kamen – wegen des obligatorischen Gastgeschenks. Letztlich haben wir es aber dank des angekündigten Sturms ganz gut durch die City geschafft und waren pünktlich im Kids&Play Bönningstedt, einem Indoorspielplatz (http://kidsundplay.de/boenningstedt/). Schon beim Reinkommen stand fest, dass wir dieses mal gern dabei bleiben und mit ein Auge auf die Kinder haben würden, obwohl ich bekanntermaßen kein großer Fan dieser Anlagen bin, weil es für mich eine absolute Reizüberflutung darstellt. Es war allerdings besser so, angesichts der desaströsen Zustände auf diesem Kinderspielplatz. Obendrein musste ich die Kinder (nicht meins!) davon abhalten, außen(!) in 5 Meter Höhe(!!!)  ohne Absturzsicherung (!!!!!!!!! – Es sei denn, Betonboden mit umherfahrenden Dreirädern zählt als solche – in diesem Fall bitte unter „hysterische Frau“ ablegen) auf einer Luftkissenrutsche herum zu klettern. Immerhin, es haben alle Kinder überlebt. Solange ich übrigens was zu melden habe, wird kein Kindergeburtstag im Hause T. auf einem Indoorspielplatz stattfinden. Wirste ja bekloppt von…

Mitte Januar wurde die gesamte Familie ein wenig geschockt – „Opa“ hatte sich mit einer Straßenbahn angelegt und üble Verletzungen davon getragen. Nachdem der erste Schreck verwunden ist, sind wir nun alle ziemlich glücklich, dass der Opa trotz der Kollision mit 50 Tonnen Stahl noch unter uns weilt und keine schwerwiegenden Schäden nachbleiben. Nun brauchen wir noch jede Menge Zeit und Geduld.

Darüber hinaus waren wir zu Dritt beim Eishockey Spiel der Freezers gegen die Eisbären und durften ein spannendes Spiel  genießen (das zwar zwei Drittel lang durchaus auf Augenhöhe verlief aber die Freezers dann bedauerlicherweise aber eben auch durchaus berechtigt im dritten Drittel verloren). Die Kleine hat nun einen pinken Fan-Schal.

Arbeitskram
Auf Arbeit läuft es ganz vernünftig. Der Jahresabschluss war denkbar unspektakulär und wenn ich ehrlich bin, hat er mich überhaupt nicht tangiert. Keinesfalls vergleichbar mit dem Terror in #Ex-Firma. Sehr schön an dieser Stelle.

Stress gab es dann aber trotzdem, wegen einer Prozessumstellung in der Rechnungsprüfung. Die Verarbeitung der eingehenden Rechnungen wurde auf die elektronische Erfassung umgestellt, so dass alle Freigaben und Prüfungen nur noch per Mausklick erfolgen. Für immerhin 60000 Eingangsrechnungen jährlich. So eine Riesennummer birgt natürlich einiges an Potential, erst einmal heilloses Durcheinander zu schaffen bevor auf lange Sicht dann positive Entwicklungen daraus resultieren. Hat auch bestens funktioniert, das mit dem Durcheinander. Nun warten wir noch darauf, dass es sich alles wieder einrenkt und in den Normalzustand zurück gleitet und wehren uns gegen wüste Anschuldigungen anderer Abteilungen, die versuchen, den schwarzen Peter überall zu suchen statt die eigenen Probleme zu lösen.

Hauskram
Im Januar war wenig los in dieser Richtung. Wir mussten einige Rechnungen zahlen, für die Grundschuld. Wir haben uns ein wenig über die Planungen zur Einrichtung unterhalten und über bauliche Maßnahmen gesprochen, die wir für notwendig und sinnvoll halten. Ansonsten habe ich begonnen, erste Schränke von Unnötigem zu befreien, komme aber eher schlecht als Recht vorwärts. Zuviele Termine und andere Verpflichtungen.

Bewegungs- und Ernährungskram
Positiv ist zu vermelden, dass ich den Cola-Konsum äußerst eingeschränkt habe. Es gab nochmal einen kleinen Rückfall auf dem Indoorspielplatz. Das Geschehen dort war aber auch anders nicht zu ertragen. Leider hatte ich dann aufgrund des hohen Konsums (ich denke, ich habe in den drei Stunden etwa 2 Liter Cola getrunken *hust*) am Montag darauf unangenehme Entzugserscheinungen, was mir auch noch den Rest der Woche nachgehangen hat. Das ist für mich einerseits die Bestätigung dafür, dass ich das Zeug einfach stehen lassen sollte, andererseits hat es leider zur vorübergehenden Einstellung des abendlichen Sportprogramms geführt. Nun.

Ansonsten bin ich mit meinem Bewegungsprogramm nicht unzufrieden. Ich war im Januar einmal Schwimmen im Holthusenbad, zweimal mit der Kleinen zum Plantschen im Festland, ich mache jeden Morgen meinen Treppenlauf sowie einen Zwischenspurt gegen halb Elf (= dreimal die Treppen runter und dreimal wieder rauf. Inklusive dreimal zwanzig Mädchenliegestützen am Geländer. Dauert fünf bis sechs Minuten und macht den Kopf frei). Bei Plusgraden habe ich außerdem morgens des Öfteren einen Spaziergang von etwa 1,5 km zur Arbeit gewagt, was sich ebenfalls als gute Starthilfe für den Arbeitstag erwiesen hat.

Für die Fortführung und Intensivierung habe ich mir jetzt zunächst einmal ordentliche Sportschuhe zugelegt.  Der Test auf dem Laufband ergab, dass ich trotz meines Gewichts normal, also gerade auftrete. Das ist gut, denn es schont Bänder und Gelenke auch beim normalen Gehen. Ich habe anscheinend auch weder einen Senk- noch einen Spreizfuß und danke meinem Körper für diese Eigenart! Möglicherweise ist es das (zusammen mit meinem starker Rücken), was mir bislang Beschwerden durch das Übergewicht und die große Oberweite erspart hat.

Ernährungstechnisch sind kleine Fortschritte ersichtlich. Neben der bereits erwähnten Cola-Abstinenz hat sich das Trinkverhalten der gesamten Familie zum Besseren gewendet sowohl was die Menge (Kind ca. 0,5 Liter, mbH ca. 2 Liter, ich ca. 3 Liter) als auch die Art (Tee, Wasser, gelegentlich frisch gepresster Saft) der konsumierten Getränke betrifft.

Darüber hinaus musste ich zu meinem Leidwesen feststellen, dass ich keine Zitrusfrüchte mehr essen sollte. Ich habe in einer mehrwöchigen Versuchsreihe versucht herauszufinden, ob ich eine Maximaldosis finde, die mein Darm noch verträgt. Sie liegt bei zwei Mandarinenspalten. Lohnt also nicht. Ich werde daher den Kauf eines Entsafters forcieren, denn den Saft vertrage ich weiterhin gut.

Politisches
Zentrales Thema im Januar war der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo. Ein verabscheuungswürdiger Mitnahmesuizid im Namen des Propheten unter den Augen der Weltöffentlichkeit.  Ich glaube, wenn man diese offenkundigen Suizide auch als solche bezeichnete und weniger unter dem Schlagwort „terroristischer Anschlag“ heroisierte, würden viel weniger Deppen auf den Trichter kommen, „ihren“ Propheten durch das Töten möglichst vieler Zivilisten zu „verteidigen“. Ich glaube ohnehin, dass der das schon ganz gut selbst kann und irdische Hilfe dabei nicht benötigt.

Dann gab es noch Kriegswirren in der Ukraine inklusive der Propagandaschlacht auf beiden Seiten  – im Osten also nichts Neues.

Die Statistiker haben übrigens festgestellt, dass nicht nur Russland unter Sanktionen leidet sondern auch deutsche Exporte ins Land vermindert sind – Russland: Deutsche Exporte sinken drastisch – SPIEGEL … Man möchte rufen: „Ach, was? Das war nun aber wirklich nicht vorherzusehen!“

Wir durften ein wenig Weltuntergangsstimmung aufkommen lassen, angesichts der drohenden Deflation (Oho!! Wenn sie kommt, falls sie denn kommt – was sollte ICH jetzt eigentlich aktiv dagegen tun? Kopflos herumlaufen wird es wohl kaum bringen… vielleicht Geldscheine verbrennen?) und  der „Griechenwahl“ – haben die doch tatsächlich gedroht, den Falschen zu wählen und das unseren Unkenrufen zum Trotz auch wirklich getan?! Zu allem Überfluss macht der sich jetzt auch noch daran, seine Wahlversprechen einzulösen. Eine unerhörte Frechheit – das hat es doch noch nie gegeben!

Ansonsten kamen die Wahlunterlagen für unsere Bürgerschaftswahl an. Man kann nur hoffen, dass wir wenigstens den „Richtigen“ wählen.

Spaß und Freizeit
Mit viel Vorfreude habe ich gemeinsam mit Mann und Kind das Spiel der Freezers gegen die Eisbären verfolgt. Es war… cool!

Viel Spaß hatte ich auch mal wieder vorm Rechner und ich habe viele Stunden spielend in der Welt von Diablo3 verbracht.

Eine weitere Neigung verspricht nun den Aufstieg zum Hobby. Sternenbeobachtung.  Ich mochte Sternegucken schon immer gern und habe mit großer Begeisterung schon im Jugendalter eine leuchtend rote Mondfinsternis bestaunt und fotografiert, den Diamantringeffekt bei der Sonnenfinsternis 1999 beobachtet (waren leider nicht in der Totalitätszone und konnten daher die Korona nicht sehen.  Es war dennoch erhebend – die Dunkelheit, die Kälte, die Stille, das Leuchten des letzten Sonnenrests, einfach alles…) und habe versucht, die Mondfinsternis in 2007 auch zu beobachten (was aufgrund der furchtbaren Straßenbeleuchtung sogar auf dem hinterletzten Feld praktisch unmöglich war. Großstadt at it’s worst. -.-) , ich erinnere mich an den  Merkurtransit vor einigen Jahren, usw. usf. Das Ding läuft jedenfalls schon länger.

Ausschlaggebend war jetzt jedoch eine klare Nacht Mitte Januar, an dem ich gebannt das Sternenfilament beobachtete und mbH wegen meiner verzögerten Ankunft daheim schon eine Vermisstenanzeige aufgeben wollte. Ja, und das neue Haus bietet da natürlich auch ungeahnte Möglichkeiten, so dass ich derzeit über die Anschaffung eines Teleskops nachdenke. Es wird sich zeigen, was daraus wird.