{"id":744,"date":"2012-04-04T22:38:37","date_gmt":"2012-04-04T20:38:37","guid":{"rendered":"http:\/\/knoetchen.de\/?p=744"},"modified":"2012-04-04T22:47:40","modified_gmt":"2012-04-04T20:47:40","slug":"erinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/knoetchen.de\/?p=744","title":{"rendered":"Erinnerungen"},"content":{"rendered":"<p>Unser Gehirn ist eine unglaublich spannende Sache. Wir merken uns tagt\u00e4glich hunderte Kleinigkeiten &#8211; mal besser, mal schlechter. Bei mir &#8211; wie bei den meisten &#8211; ist es so, dass ich mir Dinge besser merke, die mich auch emotional in irgend einer Weise besch\u00e4ftigt haben. Die Erinnerungen an wundervolle oder tieftraurige Zeiten sind bunter und lebhafter als die Dinge dazwischen. Je weiter man zur\u00fcckgeht, desto emotionaler werden die Erinnerungsfetzen. <\/p>\n<p>Ich kann mich ansatzweise bis zum dritten Lebensjahr zur\u00fcckerinnern. Da war die Beerdigung, zu der ich unbedingt mitwollte aber nicht durfte, dann ein Gespr\u00e4ch mit meinem Vater und die Sache mit dem beimUmzug &#8222;vergessenen&#8220; Spielzeug. Au\u00dferdem irgendwie etwas mit einem Schal, den ich umlegen sollte. Die letzte ist unglaublich schwer in Worte zu fassen, es ist mehr ein kurz aufflackerndes Bild, sehr verrauscht und verschwommen. Sie ist vermutlich auch meine &#8222;erste&#8220; Erinnerung und liegt, wie ich aus Erz\u00e4hlungen schlussfolgern kann, vermutlich kurz vor meinem dritten Geburtstag, zur Geburt meiner Schwester(?). Das Gespr\u00e4ch mit meinem Vater kann ich am genauesten in Erinnerung rufen, ich erinnere mich nahezu im Wortlaut daran. Vielleicht war das etwas sp\u00e4ter. Wie auch immer. Auf jeden Fall waren in allen Situationen starke Gef\u00fchle im Spiel. Bei der Beerdigung war ich verzweifelt, beim Umzug einfach ver\u00e4rgert, bei dem Gespr\u00e4ch mit meinem Vater hatte ich unglaubliche Angst und bei der Schalsache war ich w\u00fctend (ich glaube, ich wollte diesen d\u00e4mlichen Schal nicht anziehen \ud83d\ude09 ).<br \/>\nTatsache ist, ich kann mich an meine ersten drei Jahre &#8222;nat\u00fcrlich&#8220; nicht erinnern. Zumindest nicht so, wie danach. Der Grund, ist, wissenschaftlich betrachtet, recht einfach. Es fehlte an der Sprachentwicklung. Die Erinnerungen sind schon irgendwie da, aber eben nicht abrufbar. Es ist nur in Gef\u00fchlen gespeichert, nie in Worten. Deswegen kann ich vermutlich auch die erste Erinnerung so schwer formulieren, das war wohl eine Mischform zwischen &#8222;Babyerinnerung&#8220; und der &#8222;normalen&#8220; Form.<\/p>\n<p>Was ich mich schon lange frage.. was ist mit den Erinnerungen aus der S\u00e4uglings- und Kleinkindzeit denn nun genau? Wof\u00fcr wurden die gespeichert, wenn wir doch keinen Zugriff darauf haben? In wie weit beeinflussen uns diese Erinnerungen? Werden wir zu gl\u00fccklicheren Menschen, weil wir als Baby liebevoll umsorgt wurden oder werden wir angstvolle Menschen, weil unsere Eltern uns allein im Bett schlafen lie\u00dfen? Welchen Anteil haben die Gene, die ja gern f\u00fcr alles verantwortlich gemacht werden, an unseren Empfindungen und welchen Anteil die Erinnerungen, die Erfahrungen aus fr\u00fchester Kindheit? <\/p>\n<p>Kann man an mir heute erkennen, wie ich als Kind umhegt wurde?<br \/>\nIch bin beispielsweise ein Mensch, der sich selbst umgeben von Freunden immer ein wenig einsam f\u00fchlt. Ich suche mir das nicht aus, es ist einfach so. Man gew\u00f6hnt sich daran. Sollte ich aber daraus schlie\u00dfen, dass meine Eltern mit mir als Kind irgendetwas (nicht) gemacht haben, dass mich so werden lie\u00df? Oder bin ich von Natur aus ein Eigenbr\u00f6tler? Anderseits sch\u00e4tze ich Gesellschaft durchaus, es ist nur eben &#8230; ja.. wieder etwas ohne Worte.. <\/p>\n<p>Achja, f\u00fcr den Fall, dass sich einer fragt, worin der Zweck dieses Artikels besteht&#8230; ich habe keine Ahnung ^^<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Gehirn ist eine unglaublich spannende Sache. Wir merken uns tagt\u00e4glich hunderte Kleinigkeiten &#8211; mal besser, mal schlechter. Bei mir &#8211; wie bei den meisten &#8211; ist es so, dass ich mir Dinge besser merke, die mich auch emotional in irgend einer Weise besch\u00e4ftigt haben. 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